Stand-Hinweis vom 06.10.2026: Die Transparenzpflichten nach Art. 50 gelten seit dem 02.08.2026. Für die maschinenlesbare Markierung durch die Anbieter gilt bei Systemen, die vor diesem Datum in Verkehr gebracht wurden, eine Übergangsfrist bis zum 02.12.2026. Dieser Wochenrückblick gibt den Stand zum Veröffentlichungsdatum wieder.
KW29 bringt keine Sommerpause. Vier Meldungen, die für deinen Betrieb relevant sind — direkt eingeordnet.
GPT-5.6 landet in Word, Excel und PowerPoint
Seit dem 9. Juli läuft GPT-5.6 als Standardmodell in Microsoft 365 Copilot — in Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat und dem neuen Cowork-Modus. OpenAI und Microsoft haben das Modell gemeinsam für Wissensarbeit optimiert.
Was das konkret bedeutet: In Word sollen Entwürfe mit weniger Nachprompting fertig werden. In Excel übernimmt Copilot komplexere Analysen mit weniger manuellem Zusammenbau. In PowerPoint entstehen reichhaltigere Präsentationsentwürfe. Der neue Cowork-Modus geht einen Schritt weiter: Du beschreibst das Ergebnis, Cowork plant, arbeitet über mehrere Schritte hinweg und liefert ein fertiges Dokument zurück — nicht nur einen Entwurf.
Warum das für dich relevant ist: Wer Microsoft 365 im Einsatz hat und Copilot noch nicht aktiv nutzt, lässt bares Geld liegen. Das Modell-Upgrade kommt automatisch — aber nur wer Copilot in die tatsächlichen Arbeitsabläufe integriert hat, profitiert davon. Wenn dein Team Copilot noch hauptsächlich zum Ausprobieren nutzt, ist jetzt der richtige Moment, das zu ändern.
230 Ökonomen schlagen Alarm: KI und Jobmarkt
Am 14. Juli veröffentlichte das Stanford Digital Economy Lab einen offenen Brief unter dem Titel „We Must Act Now”. Mehr als 230 Ökonomen — darunter über ein Dutzend Nobelpreisträger — warnen darin, dass KI die Wirtschaft schneller und tiefgreifender verändern könnte als die Industrielle Revolution. Unterzeichnet haben unter anderem die Chefökonomen von OpenAI und Anthropic sowie der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt.
Der Brief enthält keine konkreten Gesetzesvorschläge. Die Forderung: Wirtschaft, Politik und Tech-Industrie sollen jetzt die Instrumente entwickeln, um KI-Effekte auf den Arbeitsmarkt zu messen und zu steuern.
Warum das für dich relevant ist: Kein Handlungsbedarf heute — aber ein Signal, das du ernst nehmen solltest. Wenn Leute dieses Kalibers öffentlich warnen, wird das politische und regulatorische Konsequenzen haben. Für Mittelständler heißt das: Weiterbildungsstrategie für die eigene Belegschaft jetzt angehen, nicht warten, bis der Gesetzgeber reagiert.
EU AI Act: Transparenzpflichten kommen im August
Ab August 2026 greifen offiziell die Transparenzpflichten nach Artikel 50 des EU AI Act. Wer Chatbots einsetzt oder Deepfakes veröffentlicht, muss das klar kennzeichnen. KI-Texte sind nur unter engen Bedingungen kennzeichnungspflichtig, nämlich bei Veröffentlichung zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ohne menschliche Redaktionskontrolle.
Warum das für dich relevant ist: Das betrifft nicht nur Tech-Konzerne. Wenn dein Unternehmen auf der Website oder im Kundenservice Chatbots einsetzt oder KI-generierte Bilder, Audio oder Videos veröffentlicht, die echt wirken, brauchst du eine klare Kennzeichnungspraxis. Keine Panik, aber auch kein Vertagen mehr. Prüf jetzt, wo KI-Output in deinen externen Kommunikationskanälen landet.
Microsoft Defender erkennt jetzt lokale KI-Agenten
Weniger beachtet, aber für IT-sicherheitsbewusste Unternehmer relevant: Microsoft Defender kann seit diesem Monat lokale KI-Agenten auf Windows- und macOS-Geräten automatisch erkennen. Die Agenten erscheinen als Assets in der Sicherheitsübersicht. Zusätzlich ist eine Runtime-Protection in der Vorschau verfügbar: Defender prüft Prompts, Tool-Aufrufe und Antworten im Agenten-Loop — und kann riskante Aktionen blockieren, bevor sie ausgeführt werden.
Warum das für dich relevant ist: KI-Agenten laufen zunehmend lokal auf Firmengeräten. Damit entstehen neue Angriffsflächen — Stichwort Prompt Injection. Wenn du oder deine Mitarbeiter mit lokalen KI-Tools arbeiten, solltest du sicherstellen, dass deine Sicherheitsstrategie das abdeckt. Für Microsoft-365-Kunden mit aktivem Defender ist das ein konkreter Fortschritt ohne zusätzliche Kosten.
OpenAI startet GPT-Live
Ebenfalls KW29: OpenAI hat am 8. Juli GPT-Live vorgestellt. Das Feature ermöglicht Echtzeit-Sprachinteraktion mit ChatGPT — direkt, ohne Umweg über Text. Details zur genauen Verfügbarkeit und zu Preismodellen folgen noch.
Warum das für dich relevant ist: Wer im Kundenkontakt oder in der internen Kommunikation auf Sprache setzt, sollte das im Blick behalten. Sobald GPT-Live stabil und über die API verfügbar ist, entstehen Anwendungsfälle für Sprachassistenten, Telefonbots oder interne Wissenssysteme — ohne eigene Sprachmodell-Infrastruktur.
Das war KW29. Kurz, konkret, ohne Hype. Nächste Woche wieder.
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- GPT-5.6 is now the preferred model in Microsoft 365 Copilot – OpenAI
- Available today: OpenAI's GPT-5.6 in Microsoft 365 Copilot – Microsoft Tech Community
- "Bigger than the Industrial Revolution": 230 experts warn of AI consequences – heise online
- Nobelpreisträger warnen: KI könnte viele Arbeitsplätze vernichten – Computerwoche
- EU AI Act – Transparenzpflichten ab August 2026 – t3n
- Microsoft Defender: Local AI agent discovery – Microsoft Tech Community
- Google: GPT-Live vorgestellt – OpenAI Newsroom