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Nachschlagewerk

Das KI-Glossar für Unternehmen.

Kurze, verständliche Erklärungen der Begriffe, die im Alltag mit KI im Unternehmen wirklich vorkommen — von A wie Agentic AI bis W wie Workflow-Automatisierung.

Agentic AI / KI-Agent KI-Agenten
Ein KI-Agent ist ein System, das selbstständig Aufgaben plant, Werkzeuge nutzt und mehrere Schritte hintereinander ausführt — ohne dass ein Mensch jeden Schritt bestätigt. Der Unterschied zu einem starren Automatisierungs-Workflow: Der Agent reagiert flexibel auf neue Situationen, statt nur vorgegebene Regeln abzuarbeiten.
AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) EU AI Act & Datenschutz
Ein AVV ist ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen einem Unternehmen und einem Dienstleister, der personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet — etwa ein KI-Anbieter. Ohne AVV ist die Verarbeitung personenbezogener Daten in einem KI-Tool grundsätzlich nicht zulässig. Business- und Enterprise-Varianten von Claude und ChatGPT bieten einen AVV an, die jeweiligen Free-Versionen in der Regel nicht.
Claude Claude & ChatGPT
Claude ist das KI-Sprachmodell von Anthropic. Es gilt als besonders stark bei langen Dokumenten, strukturiertem Denken und Code-Generierung (Claude Code). Für Unternehmen relevant: Claude Team und Claude Enterprise bieten einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) für die DSGVO-konforme Nutzung.
Claude Code Claude & ChatGPT
Claude Code ist Anthropics Werkzeug für KI-gestützte Software-Entwicklung — von einfachen Skripten bis zu ganzen Webseiten und Automatisierungen, oft ohne dass der Nutzer selbst programmieren kann (Vibe Coding). Es ist der Kern dessen, was Claude von reinen Chat-Assistenten unterscheidet: Es kann eigenständig Dateien anlegen, Code ausführen und Ergebnisse direkt umsetzen.
Claude-Projekte Claude & ChatGPT
Claude-Projekte speichern einen dauerhaften Kontext für wiederkehrende Aufgaben — zum Beispiel den Styleguide eines Unternehmens, typische Kundenfragen oder Produktinformationen. Claude „kennt" diesen Kontext bei jedem neuen Gespräch, ohne dass er erneut eingegeben werden muss.
ChatGPT Claude & ChatGPT
ChatGPT ist das KI-Sprachmodell von OpenAI und der bekannteste Chatbot am Markt. Für Unternehmen relevant: In der ChatGPT-Free-Version und bei ChatGPT Plus fehlt ein Auftragsverarbeitungsvertrag — für personenbezogene Kundendaten ungeeignet. ChatGPT Team und Enterprise bieten einen AVV und sind damit betrieblich nutzbar.
Deployer EU AI Act & Datenschutz
Deployer ist die Bezeichnung des EU AI Act für ein Unternehmen, das ein KI-System im eigenen Betrieb einsetzt — im Unterschied zum Provider, der es entwickelt oder in Verkehr bringt. Die meisten mittelständischen Unternehmen sind Deployer: Sie kaufen KI-Systeme ein, statt sie selbst zu entwickeln, und haben dennoch eigene Pflichten.
DSGVO EU AI Act & Datenschutz
Die Datenschutz-Grundverordnung regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten in der EU — unabhängig vom EU AI Act. Bei KI-Tools bedeutet das: Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag und Rechtsgrundlage dürfen keine personenbezogenen Daten (etwa Kundendaten) eingegeben werden.
EU AI Act EU AI Act & Datenschutz
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Er teilt KI-Systeme in Risikoklassen ein und legt gestaffelte Pflichten für Anbieter (Provider) und Nutzer (Deployer) fest: die allgemeinen Kapitel und die KI-Kompetenzpflicht (Art. 4) gelten seit Februar 2025, Transparenzpflichten (Art. 50) ab August 2026, die Hochrisiko-Regeln (Anhang III) ab August 2027.
EU AI Act Art. 4 — KI-Kompetenzpflicht EU AI Act & Datenschutz
Art. 4 EU AI Act verlangt seit Februar 2025, dass alle Personen, die KI-Systeme nutzen oder anbieten, nachweisbare KI-Kompetenz besitzen — unabhängig von der Unternehmensgröße, auch für Solopreneure. Ein dokumentiertes Schulungszertifikat gilt als üblicher Nachweis.
EU AI Act Art. 5 — Verbotene Praktiken EU AI Act & Datenschutz
Art. 5 EU AI Act verbietet seit August 2025 vier KI-Praktiken vollständig: manipulative KI, Social Scoring durch Behörden, Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen sowie biometrische Echtzeit-Identifizierung im öffentlichen Raum. Bußgelder liegen bei bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes.
EU AI Act Art. 50 — Transparenzpflichten EU AI Act & Datenschutz
Art. 50 EU AI Act verlangt ab August 2026 die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte — Bilder, Texte, Audio — sowie die Information von Nutzern, wenn sie mit einem Chatbot statt einem Menschen interagieren. Betroffen sind vor allem Unternehmen, die KI in Marketing, Kundenkommunikation oder Content-Produktion einsetzen.
GPAI (General Purpose AI) EU AI Act & Datenschutz
GPAI bezeichnet im EU AI Act KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck — etwa die Basismodelle hinter Claude oder ChatGPT. Für Anbieter solcher Modelle gelten eigene Transparenz- und Dokumentationspflichten, die sich von den Pflichten für konkrete Anwendungen (z.B. ein CV-Screening-Tool) unterscheiden.
Hochrisiko-KI (Anhang III) EU AI Act & Datenschutz
Anhang III des EU AI Act listet acht Kategorien von KI-Systemen abschließend auf, die als Hochrisiko gelten — unter anderem Personalmanagement, Kredit- und Versicherungsentscheidungen sowie kritische Infrastruktur. Diese Systeme sind nicht verboten, unterliegen aber strengen Anforderungen an Dokumentation, Risikomanagement und menschliche Aufsicht.
KI-Architekt HeadUpHigh-Angebote
KI-Architekt ist die interne Rolle, die HeadUpHigh in einer mehrmonatigen Ausbildung vermittelt: 2–4 Mitarbeiter eines Unternehmens lernen, KI-Agenten und Automatisierungen selbst zu bauen, statt dauerhaft von externer Beratung abhängig zu sein. Ziel ist, dass KI-Wissen im Unternehmen bleibt.
KI-Readiness HeadUpHigh-Angebote
KI-Readiness beschreibt, wie vorbereitet ein Unternehmen für den produktiven KI-Einsatz ist — in den Bereichen EU AI Act, Team-Akzeptanz, Strategie und Prozesse. HeadUpHigh bietet dazu einen 10-Fragen-Test mit persönlicher Auswertung.
LLM (Large Language Model) Grundlagen
Ein LLM ist ein KI-Sprachmodell, das auf großen Textmengen trainiert wurde und darauf spezialisiert ist, Sprache zu verstehen und zu erzeugen. Claude und ChatGPT sind die bekanntesten LLM-basierten Produkte für Unternehmen.
MCP (Model Context Protocol) Grundlagen
MCP ist ein offener Standard, mit dem KI-Modelle wie Claude direkt auf externe Werkzeuge, Datenbanken und Dienste zugreifen können — etwa einen Kalender, ein CRM oder interne Dokumente. MCP macht aus einem Chat-Tool einen Assistenten, der in bestehende Unternehmenssysteme integriert ist.
n8n Automatisierung
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool, das Apps und Dienste per visuellem Editor verbindet — ohne dass Programmierkenntnisse zwingend nötig sind. Im Unterschied zu Zapier oder Make lässt sich n8n selbst hosten, was volle Datenkontrolle ermöglicht und die DSGVO-Einordnung vereinfacht.
Prompt / Prompting Grundlagen
Ein Prompt ist die Eingabe oder Anweisung an ein KI-Modell. Prompting bezeichnet die Fähigkeit, diese Anweisungen so zu formulieren, dass ein Sprachmodell zuverlässig das gewünschte Ergebnis liefert — eine der wichtigsten praktischen Fähigkeiten im täglichen KI-Einsatz.
Provider EU AI Act & Datenschutz
Provider ist die Bezeichnung des EU AI Act für ein Unternehmen, das ein KI-System entwickelt oder unter eigenem Namen in Verkehr bringt — der klassische Softwareanbieter. Provider und Deployer haben unterschiedliche, aber parallel geltende Pflichten.
Vibe Coding Grundlagen
Vibe Coding beschreibt den Ansatz, mit KI-Werkzeugen wie Claude Code Software, Webseiten oder Apps zu bauen, indem man in natürlicher Sprache beschreibt, was entstehen soll — statt klassisch zu programmieren. Es senkt die Einstiegshürde für technische Umsetzung erheblich, ersetzt aber nicht das Verständnis dafür, was ein System tun soll.
Workflow-Automatisierung Automatisierung
Workflow-Automatisierung verbindet mehrere Schritte eines Geschäftsprozesses so, dass sie ohne manuelles Eingreifen ablaufen — zum Beispiel: E-Mail eingeht, KI kategorisiert sie, ein Entwurf wird erstellt, ein Mitarbeiter gibt frei. Werkzeuge wie n8n oder Make setzen das ohne eigene IT-Abteilung um.

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