KW 18 war vollgepackt. Neue Modelle, neue Regeln, neue Tools — und wie immer die Frage: Was davon ist für dein Unternehmen wirklich relevant? Hier ist meine Einordnung.

GPT-5 ist da — und diesmal ist der Sprung spürbar

OpenAI hat GPT-5 offiziell veröffentlicht. Das Modell zeigt deutlich besseres Reasoning, macht weniger faktische Fehler und kann längere, komplexe Aufgaben in einem Rutsch bearbeiten.

Was das für dich bedeutet: Workflows, die bisher an der Qualität der KI-Ausgaben gescheitert sind — komplexe Angebotserstellung, juristische Textzusammenfassung, mehrstufige Analysen — werden jetzt neu testbar. Wenn du GPT-4 ausprobiert und abgehakt hast, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen zweiten Blick.

Handlungsimpuls: Nimm einen konkreten Use Case, der bei dir bisher nicht funktioniert hat, und teste ihn mit GPT-5. Nicht als Experiment — sondern mit echten Firmendaten (anonymisiert) und echtem Erfolgskriterium.

EU AI Act: Ab August gelten die ersten Pflichten für Unternehmen

Der EU AI Act schreitet in der Umsetzung voran. Ab August 2026 greifen die Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme — darunter fallen unter anderem KI-gestützte Kreditentscheidungen, Personalauswahlsysteme und bestimmte Sicherheitsbereiche.

Viele Mittelständler glauben, das betrifft sie nicht. Stimmt oft — aber nicht immer. Wer KI in HR-Prozessen oder im Finanzbereich einsetzt, sollte jetzt prüfen, ob die eingesetzten Systeme dokumentationspflichtig werden.

Handlungsimpuls: Erstelle eine einfache Liste aller KI-Tools, die du im Unternehmen nutzt. Notiere, in welchem Prozess sie eingesetzt werden. Das ist die Grundlage für jede Compliance-Einschätzung.

Microsoft Copilot bekommt neue KMU-Pakete

Microsoft hat angekündigt, Copilot-Funktionen stärker auf kleinere Unternehmen zuzuschneiden. Konkret: günstigere Einstiegspakete, weniger Mindestnutzeranzahl, bessere Integration in bestehende Microsoft-365-Umgebungen.

Für Betriebe, die bereits auf Office 365 setzen, wird die Einstiegshürde kleiner. Das ist keine Revolution — aber ein pragmatischer Schritt. Wer bisher gezögert hat, weil die Lizenzkosten nicht stimmten, sollte die neuen Konditionen prüfen.

Handlungsimpuls: Sprich mit deinem IT-Dienstleister oder direkt mit Microsoft über die aktuellen KMU-Konditionen. Und definiere vorher, welchen Prozess du als erstes automatisieren willst — sonst zahlst du für ein Tool, das niemand nutzt.

Google NotebookLM kommt als Business-Version

Google NotebookLM Business ist offiziell gestartet. Das Tool erlaubt es, eigene Dokumente hochzuladen und darüber zu “chatten” — also Fragen an den eigenen Dokumentenbestand zu stellen.

Für Mittelständler mit viel internem Wissen — Handbücher, Verträge, Protokolle, Angebote — ist das ein ernstzunehmendes Werkzeug. Kein Entwickler nötig, keine API, keine komplexe Einrichtung.

Handlungsimpuls: Teste die kostenlose Version mit deinen internen Dokumenten. Frag das Tool, was dein Wartungshandbuch zu einem konkreten Problem sagt. Wenn die Antwort taugt, lohnt sich der Blick auf die Business-Version.

Bitkom-Studie: Mittelstand hinkt weiter hinterher

Die neue Bitkom-Studie zur KI-Nutzung im Mittelstand zeigt: Nur 23 Prozent der befragten Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitenden nutzen KI in operativen Prozessen. Der Rest experimentiert, beobachtet oder wartet.

Das Warten ist teuer. Nicht weil KI ein Allheilmittel ist — sondern weil Wettbewerber, die heute lernen, morgen schneller sind. Die Studie zeigt auch: Die größte Barriere ist nicht Technologie. Es ist fehlendes internes Know-how.

Handlungsimpuls: Wenn du noch keine Person im Unternehmen hast, die KI-Projekte koordiniert, benenne jetzt jemanden. Keine neue Stelle nötig — aber eine klare Verantwortung.


Das war KW 18. Nächste Woche geht es weiter — mit dem, was wirklich passiert, nicht mit dem, was gerade gehyped wird.

Olga Reyes-Busch
Sonnige Grüße, Olga

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