Kurze Woche, voller Kalender — trotzdem gab es in der KI-Welt einiges, das für deinen Betrieb relevant ist. Hier die Meldungen, die ich diese Woche im Blick hatte.
GPT-5 ist da — und diesmal meinen sie es ernst
OpenAI hat GPT-5 veröffentlicht. Kein schrittweises Rollout, keine Preview-Warteliste. Das Modell ist direkt über die API und in ChatGPT verfügbar.
Was ist neu? GPT-5 denkt länger nach, bevor es antwortet — sogenanntes “Extended Reasoning”. Es schlägt GPT-4o bei komplexen Analysen, Programmieraufgaben und mehrstufigen Planungsprozessen deutlich.
Für dich konkret: Wenn du GPT bisher für einfache Texte genutzt hast, war der Unterschied überschaubar. Für Angebotskalkulation, Vertragsanalyse oder Prozessplanung lohnt sich jetzt ein zweiter Blick. Teste GPT-5 direkt mit deinem anspruchsvollsten internen Use Case — du wirst schnell merken, ob es einen Unterschied macht.
EU AI Act: Die erste Frist ist durch — und kaum jemand war vorbereitet
Seit Februar 2026 gilt das Verbot bestimmter KI-Praktiken. Seit April läuft die Pflicht zur KI-Kompetenz für Mitarbeitende. Wer hier noch nichts getan hat, sitzt auf einem echten Risiko.
Die gute Nachricht: Für den klassischen Mittelstand sind die Hochrisiko-Kategorien meist nicht relevant. Wer KI nur intern für Texte, Übersetzungen oder Recherche nutzt, fällt in der Regel unter “minimales Risiko”.
Die schlechte Nachricht: “Minimal” heißt nicht “ohne Pflichten”. Dokumentation und Transparenz gegenüber Mitarbeitenden sind trotzdem erforderlich. Wenn du noch keine interne KI-Richtlinie hast, schreib sie. Zwei Seiten reichen für den Anfang.
Microsoft Copilot Wave 3: Agenten übernehmen Routinearbeit
Microsoft hat Wave 3 des 365 Copilot ausgerollt. Das Kernfeature: Agenten, die eigenständig in Teams, Outlook und SharePoint agieren — ohne dass du jeden Schritt anstoßen musst.
Konkret bedeutet das: Ein Agent überwacht dein Postfach, kategorisiert Anfragen, erstellt Entwürfe und eskaliert nur, wenn er nicht weiterkommt. Ein anderer fasst Teams-Meetings zusammen und verteilt Aufgaben direkt in Planner.
Das klingt futuristisch. Ist es nicht. Wenn du Microsoft 365 Business Premium nutzt, hast du die Basis bereits. Was du brauchst, ist jemanden, der die Agenten einrichtet und testet. Das ist kein IT-Projekt — das ist ein Nachmittagsworkshop.
Claude 4 Sonnet: Der ruhigere Konkurrent
Anthropic hat Claude 4 Sonnet veröffentlicht. Weniger mediales Getöse als bei OpenAI, aber das Modell hat eine echte Stärke: Es halluziniert seltener bei faktenbasierten Aufgaben und schreibt konsistenter im eigenen Stil.
Für Unternehmen, die viel mit Kundenkommunikation, Berichten oder Dokumentation arbeiten, ist Claude eine ernsthafte Alternative — besonders wenn Markensprache eine Rolle spielt.
Bitkom-Studie: Mittelstand nutzt KI — aber oberflächlich
Die Bitkom-KI-Studie 2026 zeigt: Zwei Drittel der deutschen Mittelständler setzen inzwischen KI ein. Aber 80 Prozent davon beschränken sich auf Texterstellung und Übersetzung.
Das ist besser als nichts. Aber es ist auch verschenktes Potenzial. Die Unternehmen, die KI in Prozesse einbauen — in Angebotserstellung, Qualitätskontrolle, Kundenservice — berichten von messbaren Zeitersparnissen. Die anderen tippen Prompts und wundern sich, warum der ROI ausbleibt.
Die Frage ist nicht: Nutzt du KI? Die Frage ist: Wo verändert KI bei dir einen echten Prozess?
Das war KW 17. Nächste Woche geht es weiter — und ich vermute, wir reden bis dahin über mindestens eine weitere Modellankündigung.
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